Appell an die F.A.Z.

Wie wir gestern berichtet haben, kehrt u.a. die Franktfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zum 1. August zur neuen Rechtschreibung zurück, nachdem sie diese zuvor scharf kritisiert hatte.

Die Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS) verbreitet den folgenden Aufruf an die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

Wie wir hören, beabsichtigt die F.A.Z., zum 1. August ihren Widerstand gegen die amtlich verordnete Rechtschreibung aufzugeben. Wir glauben uns einig mit der großen Mehrheit der Leser, wenn wir diesen Schritt ablehnen. In den vergangenen sechs Jahren hat uns die F.A.Z. wie keine andere Zeitung gezeigt, dass Orthographie ein bedeutender Teil unserer Sprachkultur ist. Dank ihrer Aufklärung wissen wir Bescheid über die Fehler der neuen Rechtschreibung. Dank ihrer Berichterstattung wissen wir, dass sich die vernünftigen Kräfte im Rat für Rechtschreibung nicht haben durchsetzen können und dass das dritte amtliche Regelwerk nur wenig besser ist als das erste, mit dem vor zehn Jahren die Misere begann.

Die Kritik, die in den vergangenen Jahren gerade in der F.A.Z. ihr Forum fand, ist nicht hinfällig, sondern von der Entwicklung bestätigt worden. Die verlorene Einheit der deutschen Rechtschreibung kann nicht durch die Zulassung unzähliger Varianten wiedergewonnen werden. Indem die F.A.Z. zur besseren Rechtschreibung zurückkehrte, solidarisierte sie sich mit ihren Lesern und den klügsten Köpfen dieses Landes zugleich. Eine Aufkündigung dieses Konsenses wäre eine Niederlage nicht nur für eine große Tageszeitung, sondern für die deutsche Gesellschaft insgesamt, die es schwer genug hat, der Wirksamkeit des Staates Grenzen zu setzen.

Auch den Schülern hilft in der Verworrenheit, die jetzt einen weiteren Höhepunkt erreicht hat, nichts so sehr wie eine klare, eindeutige Haltung. Wir bitten die F.A.Z., sich nicht einschüchtern zu lassen, weiter auf eine echte Lösung hinzuarbeiten und durch ihr Vorbild zu wirken.

via: Deutsche Sprachwelt

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